In den letzten Tagen wurden vermehrt Forderungen nach einem saarländischen Durchschnittsabitur laut, die wir als Schüler Union Saar ablehnen. Es muss eine Chancengerechtigkeit zwischen den verschiedenen Abiturjahrgängen, aber auch innerhalb der Bundesländer bestehen bleiben. Diese wäre durch die lokale Absage der Prüfungen nicht mehr gegeben. Dabei respektieren wir die teils wohl überlegten Rufe nach einem Durchschnittsabitur, kritisieren aber die vereinzelten unsachlichen Wege der Einflussname wie die Verunstaltung des Ministeriums für Bildung und Kultur scharf.

Die Verschiebung des Abiturs um vier Wochen ist im Sinne der Ausbreitungshemmung der Pandemie sehr zu begrüßen und auch eine verlängerte Vorbereitungszeit geht damit einher. Nach der unverhofft langen unterrichtsfreien Zeit ist es jetzt besonders wichtig, den Abiturienten ab dem 4. Mai eine effektive und intensive Vorbereitungszeit anzubieten. Hier sind die Schulen gefordert, diese Kurse unter Einhaltung der Schutzgebote einzurichten.

Doch die Vorbereitung auf das Abitur hat nicht erst vor vier Wochen begonnen. Ein Großteil der Schüler arbeitet seit Eintritt in der Oberstufe sehr gewissenhaft auf die Abiturprüfungen hin. Es ist nicht vertretbar, dieser intensiven Vorbereitung eine Absage der Prüfungen entgegenzusetzen. Die Strapazen der Oberstufe müssen entlohnt werden, indem man den Absolventen die Möglichkeit gibt, ihr Können in den Abschlussklausuren unter Beweis zu stellen.

Auch die Anerkennung der Abschlüsse ist ein potenzielles Problem. Nicht nur eine Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt ist zu befürchten, wenn einzelne Bundesländer sich zu einer Absage entschließen, auch die Zulassung zu internationalen Universitäten kann schnell problematisch werden, wenn keine Vergleichbarkeit mehr gegeben ist.

Trotz allem sehen wir auch die nicht unbegründeten Bedenken vieler Schüler, sich bei der Teilnahme an den Prüfungen anzustecken. Daher fordern wir als Schüler Union Saar, das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu senken, indem umfassende Hygiene- und Schutzvorkehrungen getroffen werden. Kein Schüler sollte Angst um seine Gesundheit haben. Dazu gehört, dass die Einhaltung dieser Maßnahmen jederzeit gewährleistet sein muss, aber auch, dass Konzepte weiterentwickelt werden müssen, zum Beispiel wie dafür Sorge getragen werden kann, dass die Zahl der persönlichen Kontakte im Schulhaus möglichst gering gehalten werden.

Pressemitteilung vom 24.04.2020